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Großhandel oder Dropshipping: der eigentliche Unterschied

Beide Modelle klingen ähnlich — ein Händler, ein Anbieter, ein Produkt — verschieben Lager-, Kosten- und Lieferzeitrisiko aber auf entgegengesetzte Seiten.

Beim Großhandelseinkauf kauft ein Händler Ware im Voraus von einem Anbieter, lagert sie und versendet sie direkt an den eigenen Endkunden; beim Dropshipping verkauft der Händler zuerst, und der Anbieter versendet die Ware direkt an den Endkunden, ohne dass der Händler jemals selbst Lagerbestand hält. Jedes Modell verschiebt andere Kosten und Risiken auf den Händler.

Wer den Lagerbestand hält, und was das ändert

Großhandelseinkauf bedeutet, Ware zu bezahlen, bevor sie verkauft ist, und sie zu lagern, bis der eigene Endkunde bestellt — Kapital steckt im Lager, aber die Lieferzeit ist meist kurz, sobald eine Bestellung eingeht.

Dropshipping bedeutet keinen Wareneinkauf im Voraus und kein eigenes Lager: Der Händler zahlt dem Anbieter erst, wenn der eigene Endkunde bereits bezahlt hat. Die Lieferzeit bestimmt der Versandprozess des Anbieters, den der Händler nicht direkt kontrolliert.

Keines der Modelle ist von sich aus besser — die Wahl hängt davon ab, wie viel Kapital im Voraus zur Verfügung steht und wie wichtig die eigene Kontrolle über die Lieferzeit für die betreffenden Produkte ist.

Marge und Mindestbestellmenge funktionieren unterschiedlich

Ein Großhandelspreis pro Einheit liegt meist niedriger als ein Dropshipping-Preis für dasselbe Produkt, weil der Anbieter in größeren Mengen statt einzeln verkauft — dafür kommt dieser Preis oft mit einer Mindestbestellmenge.

Eine Dropshipping-Vereinbarung hat in der Regel keine Mindestbestellmenge, da jeder Verkauf einzeln erfolgt, dafür aber einen höheren Preis pro Einheit, weil der Anbieter Verpackung und Versand für ein einzelnes Stück statt eine Palette übernimmt.

Die tatsächliche Marge zu berechnen bedeutet, die vollen Kosten pro Einheit zu vergleichen — einschließlich einer eventuellen Mindestbestellmenge auf der Großhandelsseite oder des höheren Stückpreises beim Dropshipping —, nicht nur den genannten Preis.

Auch die Verantwortung für Retouren und Qualität verschiebt sich

Liegt der Lagerbestand beim Händler, kümmert sich dieser selbst und nach eigenen Bedingungen um Retouren und Qualitätsprüfung, bevor eine Ware den eigenen Endkunden überhaupt erreicht.

Beim Dropshipping verursacht der Anbieter einen fehlerhaften oder verspäteten Artikel, aber die Kundenbeziehung bleibt beim Händler — er ist es also, der auf die Beschwerde reagieren muss, mit weniger direkter Kontrolle über die Ursache.

Das ist ein echter Zielkonflikt, kein Grund, eines der beiden Modelle zu meiden — es lohnt sich, ihn bewusst zu entscheiden, statt ihn erst nach der ersten Beschwerde zu entdecken.

Einen Großhandelsanbieter mit kurzer Lieferzeit in der Nähe findet die Anbietersuche in der Nähe

Sowohl großhandels- als auch dropshipping-geeignete Anbieter sind, soweit gelistet, nach Sortiment gruppiert unter allen Kategorien

Unabhängig vom gewählten Modell gilt für jeden Anbieter dieselbe Registrierungsprüfung — siehe So prüfen wir Anbieter

Fragen

Ist Dropshipping günstiger als Großhandelseinkauf?

Nicht unbedingt. Der Preis pro Einheit ist bei Dropshipping oft höher, dafür entfällt der Wareneinkauf im Voraus und die Lagerkosten — welche Option günstiger ist, hängt vom Absatzvolumen und davon ab, wie lange Ware sonst unverkauft läge.

Brauche ich beim Dropshipping eine Mindestbestellmenge?

In der Regel nicht. Eine Dropshipping-Vereinbarung wird meist Stück für Stück bepreist und bestellt, anders als ein Großhandelskauf, der oft eine Mindestmenge für den günstigeren Stückpreis verlangt.

Wer trägt die Verantwortung, wenn ein Dropshipping-Artikel beschädigt ankommt?

Verursacht hat es der Anbieter, aber wegen der eigenen Kundenbeziehung ist meist der Händler derjenige, der auf die Beschwerde reagieren und eine Lösung mit dem Anbieter klären muss.

Kann ein Händler beide Modelle gleichzeitig nutzen?

Ja. Manche Händler halten Großhandelslager für ihre umsatzstärksten Artikel und nutzen Dropshipping für ein breiteres Sortiment, das sie sonst nicht selbst lagern wollten.